FAQ - Feuerbeschau

Informationsmitteilung zur Feuerbeschau

 

Die „Kärntner Gefahrenpolizei- und Feuerpolizeiordnung“ regelt die Durchführung der Feuerbeschau. Die Feuerbeschau ist in regelmäßigen Intervallen von Brandschutzexperten durchzuführen.

Was ist die Feuerbeschau?

Die Feuerbeschau bei Gebäuden dient der Feststellung von Zuständen, die eine Brandgefahr verursachen oder begünstigen sowie die Brandbekämpfung und Durchführung von Rettungsmaßnahmen erschweren oder verhindern können.

Was ist zu überprüfen?

Bei der Feuerbeschau ist durch Augenschein insbesondere zu ermitteln,

  • ob die Vorschriften der Kärntner Gefahrenpolizei- und Feuerpolizeiordnung in Verbindung mit der hierzu erlassenen Durchführungsverordnung sowie allfällige Bescheide eingehalten werden oder sonst Missstände in feuerpolizeilicher Hinsicht vorliegen;
  • ob brandgefährliche Bauschäden bestehen und
  • ob sonstige Umstände bestehen, die für die Brandsicherheit oder die Brandbekämpfung von Bedeutung sind.

Wie oft ist die Feuerbeschau durchzuführen?

Die Feuerbeschau ist unter Bedachtnahme auf das brandschutztechnische Risiko der baulichen Anlage durchzuführen. Sie ist bei baulichen Anlagen mit

  • geringem brandschutztechnischen Risiko alle 15 Jahre; bei
  • mittlerem brandschutztechnischen Risiko alle 9 Jahre und
  • hohem brandschutztechnischen Risiko alle 5 Jahre durchzuführen.

Wie sind die brandschutztechnischen Risiken definiert?

• Geringes brandschutztechnisches Risiko:

Wohngebäude mit max. 2 Wohnungen und gleichwertige Anlagen.

 

• Mittleres brandschutztechnisches Risiko:

Bauliche Anlagen, die weder solche mit geringem noch solche mit hohem brandschutztechnischen Risiko sind, wie insbesondere land- und forstwirtschaftliche Betriebsgebäude.

 

• Hohes brandschutztechnisches Risiko:

1. Seveso- oder IPPC-Betriebsanlagen

2. Betriebsbauten und Betriebsanlagen mit umfangreichen, wartungsbedürftigen Brandschutzeinricht­ungen, wie Brandmeldeanlagen, Sprinkleranlagen, Gaslöschanlagen und Rauchwärmeabzugsanlagen

3. Geschäftsbauten mit mehr als 2000 m² Betriebsfläche

4. Bauten für größere Menschenansammlungen, das sind mehr als 120 Personen in einem Raum oder mehr als 240 Personen in zusammenhängenden Räumen

5. Gebäude mit Aufenthaltsräumen mit einem Fluchtniveau von mehr als 22 Metern (Hochhäuser)

6. Krankenanstalten, Alten- und Pflegeheime

7. Garagen mit einer Nutzfläche von über 1000 m²

8. sonstige Objekte mit erhöhter Brandgefahr, wie historisch wertvolle Gebäude und Museen

9. volkswirtschaftlich bedeutsame Gebäude, wie Fernheizwerke über 350 kW

10. Biogasanlagen

11. Gebäude, in welchen im Brandfall mit Sicherheit erschwerte Evakuierungs- und Rettungsbedingungen zu erwarten sind

Wer stuft das Risiko ein?

Die Einstufung ist vom Rauchfangkehrer vorzunehmen. Ist der Gebäudeeigentümer (die Hausverwaltung oder der Nutzungsberechtigte) mit der Einstufung nicht einverstanden, hat darüber der Bürgermeister zu entscheiden.

Wer führt die Feuerbeschau durch?

Bei baulichen Anlagen mit geringem und mittlerem brandschutztechnischen Risiko ist die Feuerbeschau durch den Rauchfangkehrer durchzuführen.

 

Bei baulichen Anlagen mit hohem brandschutztechnischen Risiko ist die Feuerbeschau von nachfolgenden Brandschutzorganen durchzuführen:

• Sachverständige gemäß Kärntner Feuerwehrgesetz

• einschlägige Ziviltechniker

• einschlägige Ingenieurbüros

• gerichtlich beeidete Brandschutzsachverständige

Wie viel kostet die Feuerbeschau?

Für das geringe und mittlere Risiko (Rauchfangkehrer) sind die Tarife durch das Landesgesetz (Verordnung des Landeshauptmannes betreffend die Festsetzung von Höchsttarifen für das Rauchfangkehrergewerbe) geregelt.

Beim hohen Risiko ist das Entgelt frei zu vereinbaren.

Wie ist das Ergebnis der Feuerbeschau zu dokumentieren?

Bei Feuerbeschauen durch den Rauchfangkehrer (geringes und mittleres Risiko) wird von ihm ein Protokoll erstellt und etwaig vorhandene Mängel aufgezeigt.  Diese Mängel sind innerhalb einer vom Rauchfangkehrer gesetzten Frist zu beseitigen. Die ordnungsgemäße Behebung der Mängel wird durch den Rauchfangkehrer überprüft. Sofern die aufgezeigten Mängel nicht behoben werden, ergeht das Protokoll an die Gemeinde. Der Mängelbeseitigungsauftrag ergeht in weiterer Folge durch die Gemeinde (Bescheid).

 

Bei hohem Risiko ist durch das beauftragte Brandschutzorgan eine Niederschrift aufzunehmen, in der feuerpolizeiliche Mängel aufgezeigt werden. Diese Niederschrift wird an den Gebäudeeigentümer ausgehändigt und ist durch ihn an die Gemeinde zu übermitteln. Der Mängelbeseitigungsauftrag ergeht in weiterer Folge durch die Gemeinde (Bescheid).