01.11.2011 12:00 Alter: 2 yrs

Lehrveranstaltungsprogramm 2012

Kategorie: LFS Ausbildung, LFS allgemein

Von: ABI Ing. Klaus Tschabuschnig

„Das Feuerwehrmitglied steht im Mittelpunkt!“

Neben der laufenden technischen Weiterentwicklung ist das Feuerwehr- Ausbildungssystem auch anderen nicht unwesentlichen Einflussfaktoren ausgesetzt. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit kann diesbezüglich die vielfach notwendige Verfügbarkeit am Arbeitsplatz (z. B. weniger flexiblere Urlaubskonsumation), die subjektiv erkennbare Änderung des gesellschaftlichen Gefüges und die Forderung der Feuerwehrmitglieder, möglichst praxisnahe Ausbildungselemente zu konsumieren, genannt werden.

 

Demnach ist der Kärntner Landesfeuerwehrverband - in Fortsetzung der Optimierungsschritte der letzten Jahre - stets bemüht, Ausbildungsprogramme anzubieten, die den genannten Faktoren weitestgehend Rechnung tragen. 

Das Lehrveranstaltungsprogramm für das Jahr 2012 liegt nunmehr vor. Den Anforderungen entsprechend, sind wiederum einige Innovationen implementiert, wobei erste Schritte einer umfassenden Reform der Schadstoffausbildung eingeleitet wurden. Darüber hinaus wird der KLFV ab dem nächsten Jahr, als erster Landesfeuerwehrverband Österreichs, eine vollumfängliche Atemschutzausbildung durch die Einbindung einer Rauchgasdurchzündungsanlage - zusätzlich zum bestehenden gasbefeuerten Brandhaus - ermöglichen. 

 

Um die Lehrziele auch in den Sommermonaten erreichen zu können, wurde die Terminisierung der Sommerkurse insoweit optimiert, dass der Lehrbetrieb zeitgerecht im August aufgenommen wird. Somit wurden die bis dato Anfang Juli abgehaltenen Lehrveranstaltungen auf August verschoben.

 

Einige Eckpunkte zum Lehrveranstaltungsprogramm 2012:

Atemschutzlehrgang:

  • der Atemschutzeinsatz stellt Feuerwehrmitglieder vor höchste Herausforderungen und Gefahren. Diese sind neben der körperlichen Konstitution, vor allem im taktisch richtigen Vorgehen und dem Erkennen von Gefahren zu suchen. Demnach ist es erforderlich, über das nötige Basiswissen zu verfügen bevor ein Atemschutzeinsatz vorgetragen wird. Daher ist ab dem Jahr 2012 die Erweiterte Grundausbildung, neben den bereits geltenden Einstiegskriterien, Voraussetzung für die Teilnahme am Atemschutzlehrgang. 

 

Hot-Fire-Training:

  • Reale Situationen bereits in der Ausbildung zu erleben und zu bearbeiten ist ein Gebot der Stunde. So wurden in diesem Zusammenhang nachhaltige Möglichkeiten durch die Implementierung des gasbefeuerten Brandhauses in den Lehrbetrieb geschaffen. Ab dem Jahr 2012 wird das Modul "Hot-Fire-Training" ergänzend zur Verfügung stehen, welches aufbauend auf das "Seminar Innenangriff" Inhalte wie Brandentstehung, Ventilation, effektive und sichere Bekämpfung (Verhinderung) eines Flash-Overs bzw. Backdrafts, uvm. vermitteln wird. Die vorgesehen praktischen Übungen werden u. a. in der neu geschaffenen Rauchdurchzündungsanlage erfolgen. Voraussetzung: erfolgreich absolviertes Seminar Innenangriff (dieses muss zumindest ein Jahr zurückliegen), gültige ärztliche Bescheinigung.

 

Schadstoffausbildung - Modul "Ölwehr":

  • Das Thema Gefährliche Stoffe betrifft im "Großen" wie im "Kleinen" betrifft nahezu jede Feuerwehr. Vom Öleinsatz auf der Straße bis zum großflächigen Flüssigkeitsaustritt auf Gewässern. Demnach wurde ein umfassendes Konzept zur Überarbeitung der Schadstoffausbildung vom Landesfeuerwehrausschuss beschlossen. Die Ausbildung soll in Hinkunft in Modulen erfolgen, d. h. jede Feuerwehr konsumiert nur jene Teile, die für den zur Verfügung stehenden Ausrüstungsstand auch relevant sind. Als diesbezüglichen Startschuss wird ab dem nächsten Jahr das eintägige Modul "Ölwehr" ins Leben gerufen. Dabei sollen Ausbildungsinhalte in Theorie und Praxis vermittelt werden, die u. a. taktische Vorgehensweisen, ADR, Anwendung einfacher technischer Möglichkeiten umfassen. Voraussetzung: Erfolgreich absolvierte Erweiterte Grundausbildung 

 

Allgemeine Grund- und Funktionsausbildung:

  • Um die Ausbildung der Kameradinnen und Kameraden fortlaufend weiterführen zu können (600 Feuerwehrmitglieder haben allein die Grundausbildung im Bezirk, 300 die Erweiterte Grundausbildung im Jahr 2011 besucht), bilden die Lehrveranstaltungen Erweiterte Grundausbildung, TS-Maschinisten- und Atemschutzlehrgang einen Schwerpunkt im Lehrveranstaltungsprogramm 2012. 

Einsatzleiterlehrgang:

  • Zur Sicherstellung einer sehr effektiven Weiterbildungsmöglichkeit für aktive Zugskommandanten, werden die Voraussetzungen zur Teilnahme am Einsatzleiterlehrgang, auf den Mindestdienstgrad "Brandmeister" geknüpft. 

Theorieausbildung "Lenken von Feuerwehrfahrzeugen bis 5,5 t": 

  • Die für die Erlangung der Bestätigung zum Lenken von Feuerwehrfahrzeugen bis zu 5,5 to höchstzulässigen Gesamtmasse notwendige Theorieausbildung wurde im Lehrveranstaltungsprogramm 2012 vorgesehen.

 

Brandschutzwart- und Brandschutzbeauftragtenausbildung:

  • Die Ausbildung für Brandschutzwarte und -beauftragte wird ab dem nächsten Jahr wieder ins Ausbildungsprogramm des KLFV ausgenommen. Der KLFV positioniert sich in diesem Zusammenhang einmal mehr als das Kompetenzzentrum für den Vorbeugenden wie auch Abwehrenden Brandschutz in Kärnten.