Lehrveranstaltungsprogramm 2018

"Wissen ist gut, doch Können ist besser"

160 Lehrveranstaltungen aus 8 Ausbildungssparten, 3,5 Kurse im Schnitt pro Woche, 4.000 geplante Lehrveranstaltungsplätze und 6 neue Kurse als Innovation: Das sind die Daten und Fakten zum vorliegenden Lehrveranstaltungsprogramm der Landesfeuerwehrschule Kärnten für das kommende Jahr 2018.

Die laufende Reflexion und Weiterentwicklung des Ausbildungsangebotes der Landesfeuerwehrschule unterstützt die Kärntner Feuerwehren bei der Vorbereitung auf die immer komplexer werdenden Einsatzanforderungen und -gegebenheiten. An die 18.000 Einsätze werden jährlich durch unsere Feuerwehren erfolgreich abgearbeitet.

Die Lehrmethoden sind darauf ausgerichtet, Situationen zu schaffen, die die "Einsatzpraxis in die Schule" holen.

Neben den nachfolgend interpretierten Neuerungen und Schwerpunkten arbeitet die Landesfeuerwehrschule auch an einem Lernkonzept für einen "Einsatztrainer in der Feuerwehr", welcher den jeweiligen Ortsfeuerwehrkommandanten bei der Ausrichtung eines strukturierten Übungs- und Ausbildungsdienstes noch besser unterstützen soll. Nachhaltigkeit und ein übergreifender Lernprozess (Feuerwehr, Landesfeuerwehrschule, Einsatzpraxis) soll dabei oberstes Ziel sein. Wir werden weiter informieren.

Weiterbildung für Gruppen- und Zugskommandanten

Gruppen- und Zugskommandanten spielen eine wichtige Rolle bei Feuerwehreinsätzen und sind als Führungskräfte "mittleren Ranges" vorrangig für die praktische Umsetzung und Überwachung der Maßnahmen verantwortlich. Zumal sich die Gegebenheiten - wie angesprochen - laufend weiterentwickeln, wird diese neue Lehrveranstaltung dazu beitragen, Erfahrungswerte auszutauschen, das Hintergrundwissen zu reflektieren und Neuerungen in Theorie und Praxis kennenzulernen: Ein "Muss" für (länger) im Dienst stehende Chargen!

Weiterbildungsseminar "Waldbrandbekämpfung"

Die Einsätze der letzten Jahre zeigen, dass die Häufigkeit der Wald- und Vegetationsbrände im Steigen begriffen ist. Die organisatorische Herausforderung für unsere Feuerwehren ist nicht mit einem Routine-Einsatz vergleichbar. Dieses Seminar zeigt die Besonderheiten eines derartigen Einsatzes, analysiert die erforderlichen Erstmaßnahmen bzw. eine mögliche Standard-Vorgehensweise und erläutert, welche Spezialinstrumente im Land Kärnten zur Bewältigung der Aufgaben zur Verfügung stehen.

Führungsunterstützung

Die Lehrveranstaltung "Führungsunterstützung" wurde bereits im Jahr 2017 erfolgreich etabliert. Aufgrund der positiven Resonanz, resultierend auch aus praktischen Einsatzerfahrungen etlicher Feuerwehren, wurde im Programm 2018 ein diesbezüglicher Schwerpunkt gesetzt. Die Führungsunterstützung dient dazu, dem Einsatzleiter bei mittleren Ereignissen (z. B. Alarmstufe II) strukturiert zu helfen. Wesentlich dabei scheint die Übertragung der Maßnahmen in die Organisation der Feuerwehr, sodass vorbereitend, beispielsweise bei Einsatzübungen, laufend auf die diesbezüglichen Verfahren zurückgegriffen wird.

Atemschutz-Einsatztraining

Viele unserer Feuerwehrkameradinnen und -kameraden wissen um die möglichen Gefahrenmomente im Innenangriff Bescheid. Die Möglichkeit entsprechende Praxiserfahrungen zu sammeln, ist von den spezifischen Einsatzgegebenheiten abhängig. Dennoch sind Flash-Over und Backdraft schon lange keine exotischen "Worthülsen" in Lehrbüchern mehr, sondern vielmehr realistische Gefahrenmomente im Innenangriff. Die neue Lehrveranstaltung "Atemschutz-Einsatztraining" soll Experten in diesem speziellen Segment unterstützen, die vorhandenen Kompetenzen auszubauen und praktische Übungsmöglichkeiten anbieten. Die Übungsanlagen der Landesfeuerwehrschule (Container, Brandhaus, etc.) werden dabei zum Einsatz kommen und zur Weiterentwicklung beitragen. Zumal diese Lehrveranstaltung als "High-End-Ausbildungsvariante" Expertenwissen voraussetzt, sind besonders interessierte Kameradinnen und Kameraden angesprochen, die die Atemschutz-Leistungsprüfung in Silber - Stufe II und das "Hot-Fire-Training" bereits absolviert haben.

Katastrophenschutz-Ausbildung "Hochwasserschutz" und "Pölzen"

Wetterkapriolen und Extremereignisse nehmen in den letzten Jahren nachweislich zu. Mit der Einrichtung der KAT-Hilfszüge haben die Kärntner Feuerwehren organisatorisch vorgesorgt. Um nunmehr die speziellen Erfordernisse noch besser zu schulen, sind erstmals im Lehrveranstaltungsprogramm 2018 KAT-Module für die Bereiche "Hochwasserschutz" und "Pölzen" vorgesehen. Dabei werden spezifische Gerätschaften zum Einsatz kommen und darüber hinaus das erforderliche Hintergrundwissen vermittelt. Aufgrund der Thematik und der damit in Verbindung stehenden strukturierten Übungsorganisation sind diese Module vorerst Mitgliedern der KAT-Hilfszüge vorbehalten.

Jugendausbildung

Die Ausbildung für das Betreuerpersonal in den Jugendfeuerwehren wurde erweitert. Mehrere "Jugendhelfer" (Jugendhelferlehrgang) sollen den Jugendbeauftragten bei der Umsetzung und Organisation der Tätigkeiten in der Feuerwehrjugend unterstützen. Darüber hinaus werden die Unterlagen für den Wissenstest in Bronze, Silber und Gold in neuer und moderner Form aufgelegt. Begleitend wird ein "App" für die Jugendlichen und die Betreuer zur Verfügung stehen.