Landesfeuerwehrschule Kärnten: erste zertifizierte Feuerwehrschule Österreichs

BR Ing. Oskar GRABNER, Innendienstleiter des Kärntner Landesfeuerwehrverbandes

„Qualität beginnt damit, die Zufriedenheit des Kunden in das Zentrum des Denkens zu stellen“ (Zitat John F. Ankers) und ist wohl eine zutreffende Aussage, wenn es um das Thema Qualitätsmanagement und Zertifizierung geht.  Analysiert man das Wort „Qualitätsmanagement“, so kann tatsächlich von zwei, in diesem Zusammenhang stehenden Begriffen, nämlich Qualität und Management gesprochen werden – die hinterfragt – die Hintergründe dieser Thematik relativ gut darstellen.

Der Begriff Management beschreibt im Allgemeinen die Steuerung und Lenkung von Unternehmen und Organisationen und kann erweitert mit einem, in den Vorgaben und Denkweisen der obersten Leitung verankerten Qualitätsbewusstsein, im Qualitätsmanagement zusammengefasst werden.  

Landesfeuerwehrkommandant LBD Josef Meschik stellte immer Serviceorientierung gegenüber den mehr als 20.000 Feuerwehrmitgliedern in Kärnten in den Mittelpunkt der Bestrebungen des Landesfeuerwehrverbandes. So wurde bereits im Jahr 2007 die Atemschutzwerkstätte nach ISO 9001:2000 zertifiziert.

Aufbauend auf den Beschluss aller Landesfeuerwehrkommandanten Österreichs im Jahre 2007 wurde das Projekt „Zertifizierung der Landesfeuerwehrschulen“ gestartet. In diesem gemeinsamen, von Bundesfeuerwehrrat Ing. Franz Humer geleiteten Projekt, wurde neben der Ausbildung von Mitarbeitern der einzelnen Landesfeuerwehrschulen zu Qualitätsbeauftragten, auch die Entwicklung von allgemeinen Prozessen und Vorgaben der Landesfeuerwehrschulen ausgearbeitet.

Der sehr arbeitsintensive Teil der operativen Umsetzung des Projekts in der Landesfeuerwehrschule Kärnten, das vom Leiter des Qualitätsmanagements –  OBI Ing. Klaus Tschabuschnig – geführt wurde, setzte folgende Schwerpunkte:

  • Optimierung der betrieblichen Abläufe und Strukturen der Landesfeuerwehrschule
  • Schärfung der Sensibilität im Hinblick auf Kundenanforderungen und Ausbau der guten Zusammenarbeit mit dem Schulausschuss
  • Weiterführung und Nutzung des Innovationspotentials (Ausbildungsreform)
  • Laufende Weiterentwicklung
  • Darstellung und Anerkennung des Mehrwertes der Feuerwehrausbildung
  • Laufende und geplante Wissensoptimierung des Personal der Landesfeuerwehrschule
  • Einbindung aller Mitarbeiter der Landesfeuerwehrschule unter der Führung von OBR Ing. Johann Zmölnig

Nicht zuletzt sollen alle diese Bestrebungen dazu beitragen, die Landesfeuerwehrschule als zentrale Bildungsstätte der Feuerwehrmitglieder zu stärken, den Lehrveranstaltungsteilnehmern jene Qualität zu bieten die sie erwarten bzw. diese zu übertreffen.

Als letzter Ausfluss des Qualitätsmanagements an der Landesfeuerwehrschule sollen die Feuerwehrmitglieder Kärntens jenes Wissen auch weiterhin in gesteigerter Qualität vermittelt bekommen, welches sie zur Ausübung ihrer freiwilligen Tätigkeiten bei der Durchführung von Feuerwehreinsätzen benötigen.

Ein wesentlicher Teil des Qualitätsmanagement-Systems der Landesfeuerwehrschule Kärnten stellt der so genannte „kontinuierliche Verbesserungsprozess (KVP)“ dar. Darin ist verankert, dass bestehende Systeme, wie z. B. Lehrveranstaltungen aller Art, dauerhaft verbessert, den steigenden Anforderungen angepasst bzw. bei Bedarf Innovationen eingeführt werden. Das bedeutet auch, dass dieses Projekt nicht als abgeschlossen zu werten ist, sondern als dauerhafter, in der Landesfeuerwehrschule verankerter, Prozess zu verstehen ist.

  • OBI Ing. Tschabuschnig, Ing. Jörgl und LM Fercher beim praktischen Teil des Audit´s
  • RegR. BR Debriacher, Schulleiter OBR Ing. Zmölnig, QM OBI Ing. Tschabuschnig und Ing. Jörgl im Auditfachgespräch
  • LBD Meschik freut sich mit den Mitarbeitern der LFS Kärnten über die gelungene Zertifizierung

Die Landesfeuerwehrschule Kärnten konnte sich am 14. und 15. Juli 2008 als erste Feuerwehrschule Österreichs, nach intensiver Projektarbeit, dem Zertifizierungsaudit stellen.

Diese Überprüfung stellt fest, ob das eingeführte Qualitätsmanagement-System der internationalen Norm EN ISO 9001:2000 entspricht und wird von einem externen Auditor durchgeführt.   Sämtliche Teile der Landesfeuerwehrschule, wie z. B. der strategische Bereich, der Bereich Management und Organisation, die Lehrveranstaltungs- und Prüfungsabwicklung, die Sicherstellung der Infrastruktur, usw., wurden in sehr genauer Arbeit analysiert und geprüft. Um die strategische Wichtigkeit der Einführung des Systems zu unterstreichen, nahmen Landesfeuerwehrkommandant LBD Josef Meschik und der Vorsitzende des Schulausschusses, BR RegR Hermann Debriacher, auch aktiv am Audit teil.

Der Auditor der Firma „Quality Austria“, Herr Ing. Ronald Jörgl, konnte in der Abschlussbesprechung im Beisein aller Mitarbeiter der Landesfeuerwehrschule ein ausgezeichnetes Zeugnis ausstellen: „Das System der Landesfeuerwehrschule Kärnten ist wirksam, in vielen Teilen bereits umgesetzt und eine hervorragende Basis für eine starke Zukunft und kann nach ISO 9001:2000 zertifiziert werden“.

Ein toller Erfolg, der Motivation für die eigentlich jetzt, basierend auf dem neuen Qualitätsmanagement-System, weiter zu führende Arbeit im Sinne der Kärntner Feuerwehren ist, und auch für das Projekt des Österreichischen Bundesfeuerwehrverbandes richtungweisenden Charakter hat.