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Gefahrengutunfall mit LKW

Kurz nach 09:30 Uhr, 27.05.2026, wurden die Villacher Feuerwehren zu einem schweren LKW-Unfall auf der Zubringerstraße zum Infineon-Werk alarmiert. Ein mit Gefahrgut beladener Sattelzug war verunfallt, der Lenker befand sich verletzt im Führerhaus. 

Die Freiwillige Feuerwehr Hauptfeuerwache Villach, die FF Judendorf und die örtlich zuständige FF Perau wurden alarmiert. Aufgrund der unmittelbaren Nähe rückte auch die Betriebsfeuerwehr Infineon zur Einsatzstelle aus. Nachdem sich herausstellte, dass es sich um einen Gefahrguttransport handelte, wurden weitere Kräfte nachgefordert. 

Die Einsatzkräfte leiteten umgehend die Menschenrettung ein. Um einen besseren Zugang zum Führerhaus zu schaffen, mussten teilweise Bäume entfernt werden. Der Lenker konnte schließlich mithilfe technischer Rettungsgeräte über die Frontscheibe befreit werden. Nach der notärztlichen Erstversorgung wurde er mit Verletzungen unbestimmten Grades in das LKH Villach eingeliefert. 

Laut Frachtpapieren hatte der Sattelzug rund 13.000 Liter verschiedener hochentzündlicher Lösungsmittel in insgesamt 14 Behältern geladen. Durch den Unfall war die Ladung teilweise verrutscht und verkeilt. Geringe Mengen der Stoffe waren bereits ausgetreten. 

Unter Atemschutz und mit entsprechender Chemikalienschutzbekleidung wurden die ausgetretenen Stoffe gebunden und die Gefahrgutbehälter gesichert. In einer gemeinsamen Einsatzleitung der FF Hauptfeuerwache Villach, der FF Perau und der Betriebsfeuerwehr Infineon wurden die weiteren Maßnahmen koordiniert. Rund um das Unfallfahrzeug wurde ein Sicherheitsbereich eingerichtet und ein umfassender Brandschutz aufgebaut. 

Die Behälter mussten teilweise mit Hebekissen angehoben und anschließend mithilfe des Feuerwehrkrans aus dem Sattelanhänger geborgen werden. Die Maßnahmen wurden mit der Chemie-Bereitschaft des Amtes der Kärntner Landesregierung abgestimmt. Anschließend konnten die Behälter im nahegelegenen Infineon-Werk gesichert abgestellt werden. 

Während des gesamten Einsatzes führten die Einsatzkräfte laufend Messungen der Umgebungsluft durch. Dabei wurden wiederholt explosionsfähige Konzentrationen festgestellt. Erschwert wurden die Arbeiten zusätzlich durch Temperaturen von knapp 30 Grad. Die unter Schutzbekleidung und Atemschutz eingesetzten Trupps mussten daher regelmäßig abgelöst werden. 

Zur Unterstützung wurde zusätzlich die FF Turdanitsch-Tschinowitsch mit weiteren Atemschutzgeräteträgern alarmiert. 

Gegen 17:30 Uhr konnte die Bergung der Gefahrgutbehälter abgeschlossen werden. Anschließend übernahm ein privates Bergeunternehmen die Bergung des verunfallten Sattelzuges. 

Nach insgesamt nahezu elf Stunden war der Einsatz für die rund 60 eingesetzten Feuerwehrmitglieder beendet. Danach mussten noch kontaminierte Gerätschaften und Ausrüstungsgegenstände gereinigt werden. 

Fotos: feuerwehr-villach.at
Bericht: BI Dietmar Buchacher